Der Morgen hier ist unangenehm. Die Luft ist trocken, heiss und sandig. Man wird ihn einfach nicht los, und er kriecht auch in die letzten Falten der Kleidung.
Etwas missmutig nehmen wir ein kurzes Frühstück im Gästeraum ein. Wir sind mittlerweile nichtmehr alleine hier, viele andere Glücksritter sind ebenfalls hier eingetroffen. Es füllt sich so langsam.
Draussen bläst ein Sandsturm, als wir unsere Reittiere satteln und uns in Richtung der Zitadelle aufmachen, die bald drohend am Horizont auftaucht. Durch das Fernglas inspizieren wir die Festung, die von einigen Lagern voller Orks umgeben ist, die aber einen eher nachlässigen Wachdienst schieben.
Wir entschliessen uns, nachdem mein Freund einen scheinbar sicheren Weg ausgekundschaftet hat, unsere Reittiere im Schatten eines Felsüberhangs zurückzulassen und uns über einen verfallenen Wall direkt in das Bollwerk zu schleichen, das die Festung umgibt.
Als wir jedoch die Mauern überwinden und im Innenhof landet, gellen plötzliche orkische Warnrufe: Wachen!
Todesmutig stürzen wir uns in den Kampf. Ich sehe meine Freunde im Nahkampf mit der scheinbaren Übermacht, höre das wütende Gegrunze eines zu Boden gehenden Orks, die Schläge auf das riesige Schild meines Kriegers und Worte des Lichts, welche diese höllischen Bestien zurücktreiben sollen.
Ich selbst kletterte auf eine Art Fässerturm, von wo aus meine Pfeile ihre Ziele suchten. Grünes Blut, Orkblut, beginnt den Boden zu färben. Plötzlich brechen zwei Orks aus und stürzen sich auf unsere Priesterin. Sofort ziehe ich einen neuen Pfeil auf, ziele auf den Kopf des einen Ork, der noch im Laufen zusammenbricht, als sein Kopf durchbohrt wird.
Ehe ich ihr eine Warnung rufen konnte, sehe ich, wie mein schurkischer Kamerad einen Dolch aus dem Rücken des zusammenbrechenden Soldaten zieht und mich überlegen angrinst. Ich schmunzle ein wenig, aber ziehe sofort neue Pfeile aus dem Köcher: Noch immer sind genug Wachen mit uns beschäftigt.
Doch auch der längste Kampf endet. Hier mit einem gewalttätigen Schlages durch die Klinge unseres Kriegers. Die Gegenwehr hier war beachtlich.
Ehe wir uns besinnen können, ertönt ein makaberes Lachen über den Platz, wo wir kämpften und plötzlich landet ein Verdammniswächter der Legion mitten unter uns. Ich wusste in dem Moment nicht, was davon zu halten war, aber es dämmerte mir: Scheinbar wurden die Orks hier durch die Legion kontrolliert und sollten, nachdem zu einer Streitmacht aufgebaut, nach Azeroth durchbrechen.
Das konnten wir nicht dulden.
Es war kein guter Tag für die Legion, als die mit Pfeilen gespickte Kreatur nach einem langen und zehrenden Kampf endlich aufgegeben hatte. Beiläufig erschlug ich mit meiner Lanze einen schwächelnden Leerwandler. Als Beweis für unseren Sieg schlugen wir ihm den Kopf ab, eine genauere Untersuchung förderte noch einen Schlüssel zutage, mit dem wir wohl in das Herz der Festung vordringen könnten...
Freitag, 19. Januar 2007
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